Serie Fahren im Wattenmeer – Teil 8: Do and Don´t

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Das Watt. Wunderschöne Natur, tolle Ziele und eine navigatorische Herausforderung. Die ist aber nicht so schwierig, wie man denken mag. Stegfunk.de startet eine Serie von Tipps und Tricks zum Fahren auf dem Watt

Das Fahren im Watt ist meist weniger gefährlich oder unangenehm, als etwa das IJsselmeer, wenn man einige Dinge beachtet und (möglichst) vermeidet. Hier die Übersicht:

  1. Don´t: Bei nördlichen Winden größer 4 Beaufort und ablaufendem Wasser durch die Seegatten zwischen den Insel fahren. Dort können dann über den Barren Grundseen entstehen, die für Yachten jeder Art sehr gefährlich sein können!
  2. Don´t: Auf Karten mehr vertrauen als auf Tonnen oder Instinkt. Natürlich: Seekarten sollen immer so aktuell wie möglich sein. Doch auch dann können sie hinter der Realität hinterher hinken. Daher ist es wichtig, den Tonnen zu trauen. Die sind die aktuellste Navigationshilfe, die es gibt. Auch verdächtige Wellenbilder oder Strömungskanten können dem erfahrenen Wattfahrer helfen. Auch Lokale Seefahrer können eine gute Informationsquelle sein. Allerdings nur vor Antritt der Fahrt
  3. Lieber nicht: Wind und Strom gegenan. Fährt ein Schiff bei Marschfahrt 5,5 Knoten und strömt es mit 2,5 Knoten gegenan, bleiben nach Adam Riese 3 Knoten über Grund übrig. Klaut der Wind gegenan weitere 2 Knoten Fahrt, werden auch kurze Abschnitte zu einer zeitraubenden Angelegenheit. Mehr Motorleistung hilft dann zwar, allerdings steigt damit auch das Risiko von Schäden, etwa durch Überhitzung bei betagten Motoren
  4. Lieber nicht: Wind gegen Strom. Denn dabei baut sich schnell eine steile Welle auf, die die Fahrt massiv bremst. Dabei hat man unter Motor lieber den Strom auf seiner Seite, weil die Wellen von der angenehmeren Seite anefahren werden. Unter Segeln will man lieber den Wind mit haben, da Kreuzen gegen den Strom wenig erfreulich ist, da eine Luvgeschwindigkeit erreicht werden muss, die größer ist als als der Strom um überhaupt vorwärts zu kommen. Und das ist sicher für kürzere Schiffe recht schwierig.
  5. Do: An den Nachlauf der Tide denken. An einigen Stellen kann der bis zu einer Stunde sein. Die Strömungstafeln geben darüber Auskunft. Will Sagen: Prüfen, ob die Tide wirklich kentert, wenn Hoch- oder Niedrigwasser ist. Das ist oftmals nicht der Fall und dann wundert man sich, warum es noch in die vermeintlich falsche Richtung strömt
  6. Do: Respektieren Sie die Ruhe Zeiten und Flächen für Vögel und Robben
  7. Do: Vor dem Auslaufen die Belegung der Wattenhäfen auf den Inseln checken
  8. Do: Haben Sie Spaß auf dem Watt! Das Wasser ist salzig, die Luft klar, die Ziele lohnend und die Natur ist einzigartig

 

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