Land und See: De Compagnie Oudeschild, Texel

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Zugegeben: Eine Fahrt nach Texel ist meist keine seemännische Heldentat. Den Oever, Kornwerdenzand oder Harlingen liegen nicht allzuweit weg. OK, aus Ijmuiden kann es schon ewas holprig werden, die gut 40 Seemeilen mögen es in sich haben. Umso wichtiger, dass es am Hafen etwas gibt, worauf man sich freuen kann. De Compagnie ist so ein Laden. Irgendwie gemütlich, große Theke, schön unterteilt freie Sicht aufs Watt und den Hafen. Perfekt. Dazu eine große Terrasse und: Skumkoppe am Fass. Das ist ein Texeler Bier. Bißchen wie ein Weizen, sehr süffig und umso besser gegen den Durst. Fix da ist es auch, die Mannschaft ist auf zack.

Lecker: Skumkoppe auf Texel
Lecker: Skumkoppe auf Texel

Und die Karte? Endlich mal kein holländischer Einheitsbrei. Ungewöhnliches wie ein Fischcurry warten. Auch Aal zur Vorspeise. Köstlich. Natürlich dürfen weder Texeler Rind noch Lamm auf der Karte fehlen. Beides probiert, beides Weltklasse! Auch für Vegetarier gibt es tatsächlich eine Auswahl an Gerichten, wie einen Rot-Beete-Bürger oder eine vegetarische Ziege, dann eben mit Käse. Dazu kann ich allerdings nichts sagen. Übrigens: Kinderfeundlich ist de Compagnie sowieso. Das Personal ist nett und der Spielplatz von der Terrasse aus einsehbar. Sogar ein Sprachrohr führt auf Wunsch vom eigenen Sitzplatz direkt herunter zu den Kleinen auf dem tollen Tidenspielplatz.

Den Geheimtipp zur Compagnie möchte ich dann doch noch loswerden: Es handelt sich um holländischen Einheitsbrei. Spare Ribs. Aber halt! Nicht gleich abwinken, die hier sind, wie sie sein müssen. Lecker mariniert, man kann die Knochen herasuheben und das Fleisch bleibt liegen, außen leicht knusprig mit angenehmer Schärfe. Dazu zwei Soßen, die können, aber nicht zwingend müssen. Perfekt. Dazu ein zwei von den beschriebenen Skumkoppe und der Abend nähert sich Geheimtipp Nr 2. Wenn es Dienstag ist, besteht die Chance, dass sich die Texeler Blues Band zum Probeabend trifft. Mit der inseltypischen Gelassenheit installieren die Gestalten, die den Blues ganz offensichtlich auch echt leben, ihr Equipment. Irgendwann geht´s los. Und im Laufe des Abends vermischt sich irgendwie alles: Der 12er macht gleichsam Musik wie Segeln zum aufregenden und wunderschönen Tun, das auf einmal soviel sinnhafter wird als, eine reiner Zeitvertreibt zu sein. Sanft und mit gegebener Schärfe trägt einen die Band von Skumkoppe zu Skumkoppe. Ein kurzer Gedanke an die Abfahrt am nächsten Morgen kommt auf und wird gleich wieder beruhigt: Die Tide passt immer zweimal am Tag…

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