Jetzt also doch? Antifouling wird auch im Wasser kontrolliert

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Bislang besagte die Regelung, dass der Gebrauch, also das Aufbringen, nicht zugelassener Antifoulings unter Strafe steht. Zur nächsten Saison wollen die Behörden dies nun ändern und auch im Wasser kontrollieren

Kaum hat Stegfunk.de den Stand der Dinge zum Thema Antifoulings veröffentlicht, scheint sich wieder eine Änderung anzubahnen. Ein Gespräch mit Manon van Meer von der Vereinigung „Varen doe je samen“ auf der Messe Boot Holland in Leeuwarden brachte Gewissheit: „Leider haben zu viele Leute die Regelung umgangen und haben alte Antifoulingdosen aus den Niederlanden mit Farbe aus Deutschland befüllt und dann hier angebracht. Auch wurde Kupferpulver nachträglich in die Farbe gerührt. Das mussten wir unterbinden“. Denn schließlich war beides bei Kontrollen beim Aufbringen der Farbe nicht nachvollziehbar.

Die Folge: „Es gibt für die nächste Saison ein Gerät, das in der Lage ist zu ermitteln, ob es sich um ein zugelassenes Antifouling handelt“, so van Meer. „Damit werden dann auch Messungen im Wasser durchgeführt. Der Begriff „Gebrauch“ -bislang bezogen auf das Anbringen der Farbe- wird weiter gefasst. Das gilt auch für Schiffe unter Deutscher Flagge, die ihren Heimathafen in den Niederlanden haben“. Auf Nachfrage wollte Frau van Meer keine Angaben zur Art oder Verwendung des Gerätes machen. Solch ein Gerät -so es denn wirklich besteht- wird wohl den Kupfergehalt bestimmen können. Ist er höher als die in den Niederlanden derzeit zugelassenen 12 Prozent, wird angenommen, dass es sich nicht um einen zugelassenen Anstrich handelt. Der muss dann entfernt werden und es droht ein Bußgeld von 2.500 Euro.

Ist der Heimathafen in Deutschland und ist man nur zu Besuch in den Niederlanden, gilt die Regelung nicht. Treibende Kraft hinter den neuen Regelungen ist laut van Meer die Provinz Friesland. Dort haben Umfragen bei Urlaubern, im Besonderen Deutschen, ergeben, dass sauberes Wasser für den Urlaubsgenuss wichtig ist. Daher will die Provinz nun mit aller Macht diese Gewässer schützen, zumindest vor uns Wassersportlern.

Stegfunk.de hat nun „Varen doe je samen“ gebeten, die rechtlichen Grundlagen der neuen Regelung zu publizieren, um auszuschließen, dass es sich um ein Scheinargument handelt, um die bestehenden Regelungen mit mehr Nachdruck zu versehen. Das Ergebnis steht noch aus.

Fakt ist, dass die Regierung in Den Haag zu komplett biozdfreiem Antifouling gelangen möchte. Dazu hat man eine Studie in Auftrag gegeben, um die Funktion solcher Antifoulingsysteme zu prüfen. Die Ergebnisse werden Ende des Monats veröffentlicht. Wer also gerade über neues Antifouling nachdenkt, sollte die Resultate idealerweise noch abwarten, vielleicht ist ja ein funktionierender Anstrich ohne Gift dabei. Alternativ bleiben noch die zugelassenen Anstriche aus den Niederlanden als Alternative.

 

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