Häfen voll? 10 Ankerplätze rund um IJssel- und Markermeer

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Die Regelungen rund um Corona in den Häfen sorgen für ein reduziertes Liegeplatzangebot. Gleichzeitig strömen massiv Menschen aufs Wasser, um vor der Haustüre ihren Urlaub zu verbringen, da Fernreisen unmöglich sind. Die Folge: Es wird voll. Und was könnte man da besser tun, als Ankern?

Angesprochen auf die schon in der Vorsaison voll belegten Plätze im Stadthafen von Stavoren sagte die Hafenmeisterin dort: „Dann wird es eben ankern in der Hauptsaison!“ Und da könnte sie Recht haben. Nur ist das Revier eigentlich nicht bekannt für gute Ankerplätze. Ein paar Stellen gibt es dennoch, wo sich das Eisen in den Grund bohren kann. Wir haben sie einmal aufgezählt. Bei allen Orten gilt: Wetter checken, genug Kette stecken, Schwoijabstand vom Nachbarn halten und den Anker sorgfältig einfahren. Eine Ankeralarm-App ist ebenso hilfreich, wie ein LED-Ankerlicht. Das ist ohnehin Pflicht und mit der modernen Lampe benötigt es wenig kostbaren Akkustrom. Also: Viel Spaß vor Anker. Ach ja: Habt ihr noch einen Tipp? Dann her damit redaktion@stegfunk.de Aber Vorsicht: Vielleicht is es dann kein Geheimtipp mehr…

In Kürze hier: Die besten Plätze in Friesland und Zeeland. Nicht verpassen? Abonnieren Sie unseren Newsleter!

Zehn Ankerplätze rund ums IJssel- und Markermeer

1) Makkum/Kornwerderzand östlich der Schleuse Wird zum Rand hin untief, gut geschützt bei W und NW. Bei SW unruhig. Wassertiefe 2-3 Meter

Vor Anker lässt sich prima das Treiben vor der Schleuse beobachten

2) Medemblik vor dem Dampfmaschinenmuseum In dem kleinen Becken liegt man bestens geschützt. Ein Fahrwasser führt in die Bucht hinein. Außerhalb der Betonnung in der Bucht wird es jedoch schnell untief.

Geschützt wie in Abrahams Schoß liegt man in der kleinen Bucht. Aber Achtung: Am Rand sehr untief!

3) Andijk Vluchthaven Gelegen am Geldersche Hoek bietet der Hafen Schutz bei nahezu allen Winden. Tief ist nur die Nordseite, südlich der roten Tonnen ist es untief. ACHTUNG: Die Buhnen liegen teils unter Wasser. Darauf achten. Wassertiefe 1,5-3 Meter.

Auf die Buhnen unter Wasser achten! Vluchthaven bei Andijk

4) Lemmer, gegenüber Friese Hoek Auch hier wird es östlich des Damms gen Süden untief. Bei Westwind will man sich möglichst weit hinter diesem Damm verstecken, allerdings wird es dort eben untief. Also: Vorsichtig rantasten, der Boden ist weich. Wassertiefe: 5 bis 1 Meter. ACHTUNG: Die Durchfahrt zur Schleuse unbedingt freihalten. Dort liegt oft große Berufsschifffahrt sowie die braune Flotte.

Sogar bei Westwind gut geschützt: Die Ecke hinter dem Damm

5) Ketelmeer IJsseloog Ankern geht am besten zwischen dem eigentlichen Auge und der östlich gelegenen Insel. Wassertiefe dort: 2,5 bis 3 Meter. Dort liegt man bei allen Windrichtungen sehr geschützt.

Der Hafen südlich des Auges ist als Arbeitshafen ausgewiesen und gesperrt

6) Südlich Lelystad Ein Damm separiert das Ankergebiet von der Küste. Dazwischen lässt es sich vorzüglich ankern. Sowohl der Jachthaven Lelystad mit seinen Restaurants als auch das hinter dem Deich gelegene Wohngebiet mit Supermarkt sind mit dem Dingi erreichbar. Bei allen Windrichtungen geschützt, bei Westwind Abstand von der Einfahrt halten! Wassertiefe 2-4 Meter. EDIT: Stegfunk.de-Leser Frank R. informierte darüber, dass der Supermarkt nicht mehr existiert. Das ist leider richtig so. Mein letzter Besuch liegt einige Jahre zurück…

Nicht besonders hübsch, aber gut geschützt: Der Ankerplatz im Hafen von Lelystad

7) Markerwadden Künstlich aufgeschüttete Inseln bieten leidlich Schutz bei westlichen Winden. Derzeit wird noch gearbeitet, die Werkbetonnung muss beachtet werden. Ist sie einmal weg, bieten sich viele gute Ankermöglichkeiten. Von dort lassen sich bestens die vielen Zugvögel beobachten, die die Inseln heute schon für sich in Beschlag genommen haben. Wassertiefe 3 bis 4 Meter. Die Insel selbst bietet notfalls einen Schutzhafen

Künstliche Inseln, voller Natur: Marker Wadden

8) Gouwzee Der kleine Teil im Westen des Markermeers bietet vorallem entlang der Seiten eines Damms nördlich von Marken gute Ankerplätze. Je nach Windrichtung liegt man an der einen oder anderen Seite der Steinschüttung. Volendam und Marken sind dicht bei und auch mit dem Dingi erreichbar. Wassertiefe 1,5 bis 2 Meter. An vielen anderen Stellen ist die Gouwzee ebenfalls gut geschützt, jedoch leider recht untief. Wer nur wenig Tiefgang hat, findet viele schöne Plätze.

Ankern vor dem Weltkulturerbe Marken: Eine besondere Sache

9) Muiderzand Nicht schön, nichts sehenswertes, aber Platz und bestens geschützt: Die Bucht an der Südwest-Ecke von Flevoland ist nahezu unbekannt und bietet guten Ankergrund. Wer Ruhe sucht, ist hier genau richtig. Wassertiefe: rund 2 Meter

Tiefer Einschnitt: Die Bucht bietet besten Schutz bei allen Windrichtungen

10) Durgerdam Das kleine Kapitänsdorf auf dem Deich ist einfach pittoresk. Der Ankerplatz davor ist gleichsam spannend wie unruhig. Er liegt nördlich des Fahrwassers vom Markermeer nach Amsterdam, was entsprechend stark frequentiert ist. Bei allen Windrichtungen gut geschützt, aber eben unruhig wegen Schiffsverkehr. Dafür kann man den vorzüglich beobachten. Mit dem Dingi ist der Hafen von Durgerdam erreichbar und von dort mit dem ÖPNV auch Amsterdam. Wassertiefe 1,2 bis 2 Meter.

Bester Platz für Boatspotter: Der Ankergrund vor Durgerdam

 

 

 

 

 

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