Da braut sich was zusammen – Sturm in NL?

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Die Langzeitvorhersagen des Europäischen ECMWF-Modells sagen einen langandauernden Sturm für die nächste Woche vorher. Zeitglich zur Springtide. Das könnte unangenehm werden an den Küsten

Vollmond ist am 9. Februar. Rechnet man wie üblich zwei Tage Springverspätung hinzu, landet man bei Montag dem 11. Februar. Am 5. Februar rechnet das Modell laut windy.com beispielsweise in Harlingen mit Böen von 74 Knoten in der Nacht von Sonntag auf Montag (10.-11.2.). Dort ist genau dann, um 22.55 Uhr auch Hochwasser. Die Hauptwindrichtung ist wie bei Stürmen recht üblich Südwest. Dadurch wird extra viel Wasser durch die Seegatten hinein gedrückt. Die Wasserstände steigen dann deutlich über die astronomisch vorhergesagten Werte. Erst seit heute rechnet auch das GFS-Modell mit starken Windstößen etwa zur gleichen Zeit. Grund sind gleich mehrere Tiefdruckkerne, die zwischen Island und Finnland aufgereiht liegen. Der Kerndruck über Schweden beträgt Montag Abend nur 938 hPa mit einem Trog von 957 hPa über den Faröer-Inseln. Hurrikan Irma, der 2017 die British Virgin Islands arg beutelte, hatte einen Kerndruck von 916 hPa. Ganz so happig sollte es laut den Vorhersagen also nicht werden. Allerdings ziehen sich die starken Winde bis Donnerstag nächste Woche hin, mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Die lange Wirkzeit wird zudem für hohe Wasserstände sorgen und auch so mancher Persenning arg zu Leibe rücken.

Die Niederlande sind auf solche Wetterlagen vorbereitet. Die Gewässer im Süden werden durch die Deltawerke geschützt, der Maasmond durch die Maeslantkering. Auch weiter im Norden ist der Hochwasserschutz durchgängig. In Harlingen etwa schützen die großen Tore an der SAS-Brücke die Innenstadt vor Hochwasser. Auf den Inseln ist man nasse Füße gewohnt. Kein Grund zur Sorge also? Schon. Denn viele Eigner haben ihre Boote in den Niederlanden entweder im Wasser oder an Land zum Überwintern. Hier einige Tipps:

Im Wasser

  • Segel (besonders Rollvorsegel), Sprayhood und Kuchenbude abbauen
  • Nach Luv doppelte Leinen ausbringen
  • Bei festen Stegen die Leinen so belegen, dass sie vom Steg aus in der Länge veränderbar sind. So kann der Hafenmeister bei schwankenden Wasserständen reagieren
  • Nach dem Sturm Kontakt mit dem Hafenmeister aufnehmen und nach dem Rechten fragen, den Hafenmeister während des Sturms aber in Ruhe lassen. Der hat dann genug zu tun

An Land

  • Nach Absprache mit dem Winterlagerbetreiber das Schiff nach Luv sichern, idealerweise mit einem Fall
  • Möglichst viel Windlast vom Rigg nehmen, also Segel abschlagen und Flaggen etc. bergen
  • Eine Persenning entweder abbauen oder sehr gut befestigen
  • Auch mal einen Bick auf den Nachbarn werfen und dem Winterlagerbetreiber melden, wenn etwas auffällt, wie eine lose Persenning etc.

Ein Sturm ist kein Grund zur Panik. Es gibt sie jeden Winter und meistens geht es gut. Dennoch: Mit ein wenig Vorsorge und Umsicht lassen sich unnötige Schäden vermeiden. Viel Glück euch allen! Und vielleicht liegen die Modelle beide falsch.

 

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