Boot Düsseldorf 2020: Alle glücklich?!

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Mit „mehr als 250.000 Besuchern“ endet laut offizieller Mitteilung der Verantwortlichen die diesjährige Boot. Das sind etwas mehr als im letzten Jahr. Die Aussteller scheinen zufrieden, es wurde gut verkauft

Für die Niederländischen Unternehmen war es eine gute Messe: Steeler Yachts hat zwei Schiffe verkauft, Boarnstream sogar drei, bei Saffier stehen neun Neubauten in den Auftragsbüchern. Das ist gut. Auch bei Contest ist man zufrieden. Die Weltpremiere der 55 CS hat einige Aufmerksamkeit erzeugt. Klar, die Aussteller sind glücklich. Die Verkaufszahlen der Werften sind natürlich nur ein Indikator, die Besucherzahlen ein weiterer. Das beides passt.

Die Messe war mit neuem Layout und mehr Platz für die Motorboote- und Yachten an den Start gegangen. Das Konzept ging auf. Der „Walk of Power“ führte die Besucher zuverlässig durch die Hallen 1-5 vorbei an allem was schwimmt und motorisiert ist. Die Halle 6 wartete mit dem Anblick enormer Rümpfe auf. Die Warteschlangen vor den Ständen waren mitunter lang, Zugang nur mit Termin, wenn überhaupt. Die Hallen 8a und b waren mit Aktion geladen, es roch nach Chlor und der helle Teppich verursachte Strandgefühle.

Die Halle 9 wartete dann nochmal mit Motorbooten auf. Diesmal solche mit Schlauch drum herum. Auch hier war immer viel los. Auch hier: Allpa und Vetus. Die Hersteller bzw. Großhändler für Zubehör verkaufen auf der Messe nicht. Sie zeigen ihre Produkte, gekauft wird beim Händler. Das Interesse war groß, so die Verantwortlichen.

Die Halle 10 hatte Zubehör in Hülle und Fülle zu bieten. Für NL-Wassersportler vielleicht am spannendsten: Die NL-Binnekarten des NV-Verlags und das Toilettenwasserreinigungsystem Enteron von Tom Logisch.

In Halle 11 kamen Schnäppchenjäger auf ihre Kosten. etwas deplatziert für langjährige Messebesucher wirkten die Taucher samt Kameraequipment in Halle 12. Schnell hindurch ging auch nicht, zu voll war es dort. Dennoch: Wer sich dafür interessierte fand hier wonach das Herz begehrte.

Die Hallen 13 und 14 baten wieder Touristik auf dem Wasser nach gewohnter Manier. Auffällig dabei: Der Bereich der Holland-Aussteller schrumpft ständig. So auch in diesem Jahr.

Die Hallen 15 bis 17 waren voll mit allem was segelt. Segeln ist übrigens für Messechef Petros Michelidakis nach eigenem Bekunden „Das Herz des Wassersports“. Das merkte man am üppig dafür bereitgehaltenen Raum. Von klein bis groß war alles dabei. Auch Reinschnuppern auf dem Opti war in Halle 15 möglich, mit etwas Wartezeit, aber immerhin.

Und das Fazit?

Gut war:

  • Die neue Halleneinteilung samt konsequenter Trennung von Seglern und Motorbooten
  • Die Angebote zum Mitmachen, sofern nicht überlaufen
  • Das Feedback der Besucher und Aussteller auf den Start von Stegfunk.de (Danke!)
  • Die Offenheit der Niederländischen Werften für Besuche auf dem Stand ohne Selektion der Menschen. So sagt Arjen Conijn, Chef von Contest: „Wir lassen natürlich jeden rein. Allerdings probieren wir, die Boote nicht zu voll mit Menschen zu haben. Das macht dann ja keinen Spaß. Das bedeutet, dass man manchmal etwas warten muss.“
  • 27 Euro Eintritt für 2 Tage. Immer noch eine Menge, aber sehr sinnvoll

Nicht so gut war:

  • Werften, die nur ausgesuchte Besucher auf den Stand ließen. Das ist nicht Sinn dieser Messe
  • Keine echte Lösung für das Thema WC-Abwasser in den Niederlanden
  • Es gibt keine Currywurst mehr bei den Fresh-Up Anbietern in den Hallen
  • Gedränge in der Halle 12

Und sie? Wie hat ihnen die Messe gefallen? Was war gut? Was störte? Schreiben Sie uns! redaktion@stegfunk.de 

 

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